Informationen zur aktuellen Schulschließung

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

wie ich Ihnen und euch ja bereits kurz geschrieben hatte, bleibt unsere Schule auf behördliche Anweisung bis einschließlich 15. November geschlossen. Der Grund für diese Maßnahme liegt in einer doch hohen Zahl positiv getesteter Schülerinnen und Schüler. Am Samstag hatten wir zehn mit dem Corona-Virus infizierte Schülerinnen und Schüler. Das hat dann zur Folge, dass wir als Schulleitung umfangreiche Listen an das Gesundheitsamt geben müssen, um eine Nachverfolgung der Kontakte sicherzustellen. Dabei ist es aber nun nicht so, dass immer nur eine Klasse betroffen ist, sondern durch den klassenübergreifenden Differenzierungsunterricht und durch die WPU-Kurse findet eine Durchmischung weit über die Klasse hinaus statt. Ein positiver Fall kann also dafür sorgen, dass eine ganze Klasse und viele andere Schülerinnen und Schüler in die Quarantäne geschickt werden. Ähnlich verhält es sich mit den Lehrkräften. Auch hier gibt es viele unserer Kolleginnen und Kollegen, die für vierzehn Tage in die sogenannte häusliche Absonderung geschickt werden und ihre Wohnung nicht mehr verlassen dürfen.

Das Gesundheitsamt hat am Samstag berechnet, dass ca. 202 Personen unserer Schule in Quarantäne gehen werden und die Zahl der Infizierten nach der Auswertung der Tests noch erheblich steigen wird. Sie können sich vorstellen, dass ein sinnvolles Arbeiten in Schule und im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern unter solchen Umständen nicht mehr sinnvoll ist. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Landrat des Kreises Nordfriesland, mit dem Schulamt, mit dem Gesundheitsamt und der Schule die Schließung der bis zum 15.11.20 beschlossen. Nun stehen wir also vor einer fast ähnlichen Situation, wie wir sie schon einmal im März nach der 1. Schulschließung hatten. Und doch ist etwas anders. Wir haben die Herausforderungen bereits im März gut gemeistert und konnten unsere Schülerinnen und Schüler mit Aufgaben und Arbeitsmaterial versorgen. Und gleich nach den Sommerferien haben wir in einem Schulentwicklungstag als Kollegium an einer neuen Lösung gearbeitet, um noch besser zu werden. Alle Kolleginnen und Kollegen wurden in die Lage versetzt, mit der neuen Plattform IServ zu arbeiten, und in der folgenden Woche wurden alle Schülerinnen und Schüler von unseren IT-Fachleuten im Umgang mit IServ geschult. Die Erfahrungen der ersten Tage mit diesem System zeigen, dass es hervorragend klappt mit der Bereitstellung von Aufgaben und Arbeitsmaterial.

Die Schülerinnen und Schüler haben alle einen eigenen Zugang zu diesem System, und es wäre schön, wenn auch Sie, liebe Eltern, diesen Zugang nutzen würden, um einmal zu sehen, welche Aufgaben Ihre Kinder bearbeiten sollen und wie weit sie damit schon sind. Wir halten diese Form des Unterrichtes unter den gegebenen Umständen für wesentlich effektiver als einen umfangreichen Vertretungsplan, bei dem Lehrkräfte in Klassen eingesetzt werden, die sie gar nicht kennen. Wichtig zu wissen ist auch für die Eltern, aber auch für die Schülerinnen und Schüler, dass die Leistungen, die im Distanzunterricht erbracht werden, für die Notenfindung im Zeugnis herangezogen werden. Sollten in den beiden Wochen der Schulschließung gar keine Aufgaben bearbeitet werden, zählen diese Tage als unentschuldigtes Fehlen. Natürlich gibt es immer mal wieder Probleme bei der Arbeit mit unserem System IServ. Dafür haben wir eine Hotline eingerichtet, an die man sich als Schülerin oder Schüler oder auch als Eltern gerne wenden kann mit seinen Fragen. Unsere IT-Fachleute Herr Dr.Wulf, Herr Schultz und Herr Johannsen stehen Ihnen und euch in der Hotline für alle Fragen zur Verfügung. Die Hotline ist erreichbar unter der Telefonnummer 04841 9369813 Das Sekretariat ist täglich in der Zeit von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr erreichbar. In der Zeit von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr steht Ihnen und euch täglich auch ein Mitglied der Schulleitung für Fragen zur Verfügung.

Außerdem sind alle Lehrkräfte und auch alle Mitglieder der Schulleitung für Sie, liebe Eltern, und auch für unsere Schülerinnen und Schüler, über IServ per Mail erreichbar. Wir bitten, diese Kontaktmöglichkeiten auch zu nutzen. Es wäre nicht gut, wenn man vor irgendwelchen Problemen steht und nicht weiß, wie diese gelöst werden können. Auch für uns Lehrkräfte ist diese Situation, in der wir uns nun alle befinden, nicht schön. Wie gerne würden wir in unseren Klassen unterrichten, würden alle Möglichkeiten nutzen wollen, um unseren Unterricht interessant und anschaulich zu gestalten, wozu oft auch der Unterricht am anderen Ort gehört oder der Ausflug einer Klasse zu einem bestimmten Unterrichtsthema.

Das alles geht jetzt nicht, sondern wir alle müssen uns jetzt mit einer Situation engagieren, die geprägt ist vom Arbeiten zu Hause und von vielen Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Das ist nicht ganz einfach. Ich weiß das, liebe Schülerinnen und Schüler, denn als Vater von vier Kindern habe ich so manches Mal erleben müssen, dass das, was man sich vorgenommen hat, nun doch nicht so erledigt wird, wie man das eigentlich geplant hat. Und schon hat man ein Problem. Also sehen wir diese Form des Unterrichtens auch mal als gute Gelegenheit, um das Organisationstalent und eine vorausschauende Planung zu erlernen, die einen wesentlich ruhiger schlafen lässt. Und nun zu Ihnen, liebe Eltern! Um diese besondere Situation zu meistern, brauchen wir auch Sie mit im Boot.

Wir werden diese außergewöhnliche und manchmal auch beängstigende Situation in unserer Gesellschaft, aber besonders auch in unserer Schule nur dann meistern können, wenn wir alle, und damit meine ich unsere Schülerinnen und Schüler, unsere Lehrkräfte und auch Sie als Eltern, zusammenarbeiten und uns gegenseitig vertrauen. Daher bitte ich Sie um Vertrauen in unsere Arbeit, ich bitte Sie um Mitarbeit, wenn es darum geht, die Aufgaben Ihrer Kinder zu bearbeiten, ihnen Mut zu machen, sie zu motivieren. Kinder schaffen das nicht alleine! Und euch, liebe Schülerinnen und Schüler, bitte ich, in einer ganz besonderen Situation zu zeigen, dass ihr keine kleinen Kinder mehr seid, sondern durchaus in der Lage, zusammen mit euren Eltern und uns als Lehrinnen und Lehrer die Sache anzupacken und mit einem „Wir schaffen das!“ alles zu geben, damit wir im Frühjahr „Das haben wir gemeinsam ganz toll hinbekommen!“ sagen können.

 

Ich grüße Sie, liebe Eltern und euch, liebe Schülerinnen und Schüler ganz herzlich! Dieter Boe, Schulleiter