Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Gegen Diskriminierung: Eine Schule, 40 Nationen

vom 7. Oktober 2015
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Anti-Rassismus-Auszeichnung wurde der Gemeinschaftsschule Husum Nord in der Flens-Arena überreicht. Pate für die Aktion ist SG-Flensburg-Handewitt-Trainer Ljubomir Vranjes

Schüler und Lehrer ziehen an einem Strang: Die Angehörigen der Gemeinschaftsschule Husum Nord haben es sich zur Aufgabe gemacht, gegen Diskriminierung vorzugehen. Dafür gab es jetzt das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Als Pate für das Projekt konnte der Trainer des Handball-Teams der SG Flensburg-Handewitt gewonnen werden. Und so wurde die Anerkennungsurkunde im Rahmen eines Heimspiels der SG in der Flens-Arena an eine Abordnung der Schule überreicht. Vor zwei Jahren wurde festgestellt, dass Schüler aus mehr als 40 Nationen die Gemeinschaftsschule Husum Nord besuchen – eine Zahl, mit der niemand gerechnet hatte. „Aber auch in unserer Schule werden wir immer mal wieder mit diskriminierendem oder rassistischem Verhalten konfrontiert“, sagt Schulleiter Dieter Boe. So entstand die Idee, 2014 einen „Tag gegen Rechts“ durchzuführen, an dem sich alle Klassen auf verschiedene Art mit dem Thema beschäftigten. Dadurch wiederum kam der Gedanke, sich um die Anerkennung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bewerben.

Für das Anerkennungsverfahren mussten unter anderem Unterschriften gesammelt werden: Mindestens 70 Prozent aller Menschen an der Schule – Schüler, Lehrer, Sekretärin, Hausmeister, Mensa-Team und Reinigungspersonal – bestätigten mit ihrer Signatur, sich dafür einzusetzen, nachhaltige Projekte, Aktivitäten und Initiativen gegen Diskriminierung und Rassismus zu einer zentralen Aufgabe der Schule zu machen. Und ein Pate für die Aktion war auch noch zu finden. Viele Ideen wurden besprochen und verworfen, bis man sich darauf einigte, dass es jemand aus dem Sport sein sollte. Enke Clausen, Verbindungslehrerin der Schule, nahm Kontakt mit der SG auf und nach mehreren Telefonaten klappte es: Trainer Ljubomir Vranjes erklärte sich bereit, die Patenschaft zu übernehmen.

Dann wurde es noch einmal richtig aufregend: Die Anerkennungsurkunde sollte bei einem Bundesliga-Heimspiel der SG überreicht werden. Johannes Dahmen als Vertreter der Landeskoordinierungsstelle „Schule ohne Rassismus“ überreichte die Urkunde in der Flens-Arena und verwies darauf, dass die Gemeinschaftsschule Husum Nord die 45. derartig ausgezeichnete Schule im Land ist. Vor fast 5600 Handballfans erläuterte Schulleiter Dieter Boe die Bedeutung des Projektes und machte deutlich, dass gerade in der heutigen Zeit die Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus nicht nur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, sondern auch Schule über den reinen Fachunterricht hinaus die Verpflichtung habe, sich mit der Thematik zu beschäftigen und Werte zu vermitteln, die die Schüler in der Schule, aber auch in Familie, Vereinen und im Freundeskreis leben und vertreten können.

Schülersprecherin Barin Serbest Farik und ihre drei Mitstreiter durften mit auf das Parkett. Souverän stellte sich Barin den Fragen des Hallensprechers. Und konnte auch gleich die nächste Aktion der Schule ankündigen: einen Sponsorenlauf am 16. Oktober auf dem Jahnsportplatz.

 

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